Frankfurt, 08.01.2011

Nun hocke ich hier am Frankfurter Flughafen und warte drauf, dass es los geht. Jürgen hat mich netterweise hergefahren, das ging VIEL schneller als mit der Bahn. Beim Check-in habe ich das mickrige Schild „Online-Check-in“ übersehen und mich brav in die Schlange eingereiht. Egal, da wir alle gemeinsam abfliegen und es nicht soooooo lange war. Ich hatte heute morgen schon online meine Bordkarte ausgedruckt und mich sehr über den Gangplatz 41C gefreut. Nach dem Gepäck abgeben habe ich ein letztes Franziskaner auf deutschem Boden eingekippt (Bildbeweis im Fototeil).
Euch noch ein schönes Rest-Wochenende und vermutlich bis zum Montag!

P.S: ich sitze hier direkt neben dem Wasserspender, werde also nicht dehydrieren.

Endlich fertig gebucht

Gestern abend habe ich noch begonnen, die Mietwagen zu buchen. Anruf bei www.billiger-mietwagen.de, um mich nach eventuellem Aufpreis für die Einwegmiete Sydney – Melbourne (15.-22.1.) zu erkundigen. Auskunft war eher vage, auch die Größenordnung nicht bekannt. Also habe ich bei einem der in Frage kommenden Vermieter (www.sunnycars.de) angerufen und – juchhu – erfahren, dass es bei 7 Tagen Mietzeit keinen Aufpreis kostet für die Einwegmiete. Ja, das gilt für alle Wagenkategorien. Also habe ich die kleinste Kategorie gebucht.

Heute mittag dann die überraschende Email, dass es für diese Wagenkategorie gar nicht möglich ist. Die nächstgrößere Kategorie kostet nur 13 € mehr für die Woche und für die geht das aufpreisfrei. Das konnten die auch direkt ändern und kurz danach hatte ich die Bestätigung per Email.

Für die 8 Tage vom  1. – 9.2. auf Tasmanien habe ich dann die kleinste Klasse über www.billiger-mietwagen.de gebucht. Das ging auch problemlos und schnell. Hoffe, dass es nun auch keine Probleme vor Ort gibt.

Nun habe ich wohl alles zusammen, was unter „Transport“ fällt und auch die Übernachtungen für die ersten 5 Nächte. Alle wichtigen Dokumente sind noch auf dem Server abgelegt, falls ich das ausgedruckte Papier verliere oder mir mein Telefon mit Speicherkarte verreckt. Heute habe ich mir noch eine Schlafmaske und Ohrenstöpsel für einen angenehmeren Flug gekauft. Es kann also losgehen.

Einen Haufen Buchungen gemacht …

Nun wird es wirklich konkret. In den letzten Tagen habe ich weiter geplant und heute habe ich die Buchungen begonnen.

Ankunft am 10.1. morgens in Sydney.

Zunächst bleibe ich 3 Nächte in Sydney. In der Zeit werde ich ordentlich rumgucken und am Strand liegen.

Am 13.1. fahre ich morgens mit der Eisenbahn nach Katoomba in die Blue Mountains. Das dauert ca. 2 h. Dort bleibe ich bis zum 15.1. zum Wandern und gucken und fahre dann morgens wieder zurück nach Sydney.

Am 15.1. miete ich mir ein Auto in Sydney, mit dem ich dann in einer Woche bis nach Melbourne fahren werde. Am 22.1. gebe ich es dann in Melbourne wieder ab. Fürs innerstädtische in den großen Metropolen Sydney und Melbourne nehme ich lieber Busse etc., Linksverkehr mit Großstadstress muss ich lieber doch nicht haben.

Auf dem Weg nach Süden kann ich mir noch überlegen, ob ich tatsächlich Canberra besuche. Nach den Schilderungen von Bill Bryson gibt es dort nichts wirklich Sehenswertes (Zitat aus Frühstück mit Kängurus: „Trotzdem: Ein, zwei anständige Kneipen würden ihr nicht schaden“), weswegen man wirklich hin müsste. Mal abwarten, wie es mir entlang der Küste gefällt. So lang wird eine Woche nicht sein, um auf ca. 1000 km neben so schönen Sachen wie Wilsons Promontory N.P. oder der Penguin Parade auf Phillip Island auch noch die weniger interessanten Dinge anzuschauen.

Die Entscheidung für Auto und gegen Bus ist gefallen, weil man mit dem Auto jederzeit anhalten kann und dorthin fahren, wo man will inklusive aller kleinen Abstecher, die einem kein Busfahrer macht. Und mangels Australien-Erfahrung weiß ich eben noch nicht, was mir wo gerde gut gefallen wird. Der Preisunterschied zwischen 7 Tage Mietwagen und einem 2000-km-Pass von Greyhound ist auch nicht besonders groß. Beides ca. 300 , beim Auto kommt noch Sprit dazu.

Die nächsten Tage werde ich dann in Melbourne sein, bevor am 25.1. mein Flieger nach Launceston geht.

Launceston liegt im Norden Tasmaniens und hat ca. 70.000 Einwohner. Von dort geht es am nächsten Tag mit dem Bus zum Cradle Mountain National Park, um den Overland Track zu wandern. Für den habe ich mal über den Daumen 4 Tage eingeplant. 74 km plus die optionalen Abstecher zu Cradle Mountain, Barn Bluff etc. – mal sehen, wie es sich so ergibt.

Nach dem Overland Track geht es von Derwent Bridge (Südausgang des N.P.) mit dem Bus nach Hobart, wo ich mich ein wenig umsehen werde. Anschließend ab ca. 1. oder 2.2. miete ich mir wieder ein Auto, um bis zum 9.2. weitere Teile Tasmaniens zu erkunden. Am 9.2. geht ein Rückflug nach Sydney und am 11.2. geht der Flieger zurück nach Frankfurt. Am 12.2. ganz früh morgens wird der Winter mich zurück haben.

Soweit die Grobplanung. Mietwagen muss ich gleich noch buchen, der Rest ist schon fertig.

Große Fortschritte, die Planung beginnt langsam

Ich habe jetzt den Overland-Track für den 26. Januar gebucht, nachdem ich rausgefunden habe, dass Tassie-Link Mittwochs Cradle Mountain anfährt. Hinkommen also gesichert. Wurde auch langsam Zeit, da die Jungs einem die Unterlagen (Karte, Infomaterial etc.) nach Hause zuschicken und sie noch vor dem Abflug hier sein sollten. Bis zum 25. Januar ist es dort nahezu ausgebucht, anscheinend gehen die Ferien noch bis zum drauffolgenden Wochenende.

Jetzt noch die Flüge Melbourne – Hobart – Sydney buchen, aber ich muss mir noch über die genauen Flugtage klar werden. Insgesamt wird die Route nach ein paar Tagen in Sydney wohl von Sydney über die Blue Mountains, Canberra, … nach Melbourne führen. In Tasmanien geht es von Hobart in Richtung Freycenet NP, Launceston, Devonport zum Overland-Track und nach Hobart zurück. Dann mit dem Flieger nach Sydney zurück und noch ein Paar Tage nach Norden in Richtung Brisbane und Gold Coast und zurück nach Sydney. Der Rest muss sich irgendwie finden.

Termine für Oz-Tour 2011 sind fest!

In den letzten Tagen hat sich mein Projekteinsatz für die nächsten Wochen/Monate entschieden und damit konnte ich auch endlich meinen Urlaub beantragen und entsprechend die Flüge buchen.

Am 08.01.2011 geht es abends um 23:20 mit Qantas in Richtung Sydney, am 11.02.2011 geht es am späten Nachmittag um 16:55 wieder zurück nach Frankfurt. Beides Direktflüge, nur zum Tanken geht es jeweils in Singapur kurz runter. Nach jeweils ca. 22 Stunden ist die Fliegerei dann überstanden. Beide Flüge gehen durch die Nacht, mit der dann vorhandenen Müdigkeit werde ich hoffentlich möglichst viel davon verschlafen.

Ich freu mich auf jeden Fall schon mächtig drauf …

Rosbach – 16.03.2009

Auf dem ersten Teil nach San Francisco konnte ich in 11 Stunden immerhin 2,9 Filme (für den letzten fehlten noch knapp 15 Minuten, als sie mir wegen des Landeanflugs den Saft abgedreht haben) sehen, 2 Mahlzeiten zu mir nehmen und 5 Stunden schlafen. Gut genutzte Zeit, würde ich sagen. Ruhiger Flug, das aufregendste waren immer noch die Dame vor mir, die zweimal ihre eingepackte Wolldecke in meinen Fußraum stopfte, wo sie nur kurz verweilte, bevor eine leichte Fußbewegung sie nach irgendwo beförderte. In San Francisco habe ich die Blumensamen ordnungsgemäß angegeben, bevor ich in den Paranoid States of America für sowas noch eingebuchtet werde. Ist aber doch durchgewunken worden. Für den Weiterflug hat es leider nicht mehr zu einem Gangplatz gereicht, obwohl es bei zehn Plätzen pro Reihe immerhin vier Plätze am Gang gibt und ich gute zwei Stunden vor Abflug da war. Hier in San Francisco ist bereits Sommerzeit, was mir die Wartezeit im Flughafen um eine Stunde verkürzt hat. Eher in Frankfurt sind wir deswegen leider nicht.

Der Flug nach Frankfurt war dann auch eher langweilig. Gegessen, 2 Stunden geschlafen, einen Film geguckt, weitere 2 Stunden versucht zu schlafen, dann aufs Frühstück gewartet, was eine dreiviertel Stunde vor der Landung auch serviert wurde. Ein pappiges gekühltes Brötchen mit einer Auflage aus irgendwas, das der Optik nach zu urteilen Käse und Putenbrust hätten sein können, vom Geschmack her eher neutral. Dazu einen Null-Fett-Joghurt und eine Tasse Kaffee. Das war alles, wurde auf anderen Flügen dieser Länge schon besseres serviert.

In Frankfurt angekommen habe ich auch sogleich meinen Radkarton entdeckt. Ein wenig angedellt, aber nicht so, dass man Beschädigungen am Rad vermuten musste. Auf meine Tasche habe ich gewartet, bis das Band nicht mehr lief. Bei der Gepäcknachforschung war diese Nummer auch nicht als in Frankfurt angekommen registriert, so dass ich mich ohne mein Gepäck auf den Weg zur S-Bahn machen durfte. Die fuhr zum Glück auch wenige Minuten später. In der S9 in Niederrad kam der erste Fahrkartenkontolleur, in der S5 am Hauptbahnhof gleich der nächste. In Rosbach am Bahnhof habe ich dann das Rad soweit zusammengebastelt, dass ich mit dem bisschen, was ich hatte (die Packtaschen hatte ich am Gepäckträger eingehängt gelassen) nach Hause schieben konnte. Fahren wäre zum einen wegen des gefalteten Kartons schwierig geworden, zum anderen befinden sich die Pedalen wohl noch in San Francisco. Um 12 Uhr war ich dann zu Hause, die Heizung lief, so dass es in der Wohnung bereits angenehm warm war. Soviel Platz in meiner Wohnung kommt mir nach 4 Wochen aus der Packtasche und meistens 4-6-Bettzimmern richtig groß und leer vor.

Einkaufen, duschen und einmal grob durch die Post gucken waren die nächsten Beschäftigungen. Wäsche waschen fällt ja mangels dreckiger Wäsche heute aus. Werde nachher aber noch zum Schwimmen gehen. Bislang (ist jetzt 16 Uhr) fühle ich mich ganz gut und bin nicht gerade müde.

– The End of Kiwi-Tour 2009 –

10.000 m über der Südsee – 15.03.2009

Der letzte Toast ist gekrümelt, der letzte Joghurt gelöffelt. Es geht dem Ende entgegen.
Mit der letzten Scheibe Toast waren meine Marmeladenvorräte erschöpft. Die letzten Reste: ein paar Zentimeter Salami (kein Mann würde behaupten, es seien 30 cm) und 17 Teebeutel Pfefferminztee. Alles andere brav aufgegessen. Entsprechend ist heute auch das Wetter, bei der Suche nach einer Wolke muss man sich den Kopf verrenken.
Da ich bisher jeden Tagesbeitrag so genannt habe wie den Ort, an dem ich abends bin, habe ich für heute (Abflug 19:30 Uhr) großzügig auf 10.000 m über der Südsee entschieden. Vielleicht habe ich dann aber auch schon die Datumsgrenze überflogen und dann ist es viel ungewöhnlicher wann ich bin als wo ich bin. Willkommen in gestern! Südsee klang letzten Endes cooler.
Was fängt man heute mit dem Tag an? Mein Gepäck habe ich ins Schließfach gepackt, mein Fahrrad darf ich noch im Fahrradabstellraum belassen und habe dafür – welch gute Fügung – eine neue Zugangskarte erhalten. So kann ich später noch in den Aufenthaltsbereich, falls es noch Zeit totzuschlagen gilt. Da viele Läden auch am Sonntag aufmachen, habe ich mir noch ein Buch gekauft, damit der Flug nicht zu lang(weilig) wird. Als nächstes habe ich einen Spaziergang in den Stadtteil Parnell/Newmarket gemacht. Hier ist die Einkaufsstraße etwas ruhiger als in der Innenstadt, dafür viele heute gut besuchte Cafes. Im Starbucks Coffee den größtmöglichen Milchkaffee geordert und angefangen zu schreiben. Da es noch vor 12 Uhr mittags ist, kann ich ihn auch noch nicht veröffentlichen – ansonsten wäre auch der noch im gestern. Und sowas geht ja nur mit einem funktionierenden Flux-Kompensator ;-).
Heute morgen habe ich in die Starterliste des Kinzigtal-Triathlons geguckt und erfreut festgestellt, dass ich drinstehe. Danke fürs erfolgreiche Anmelden, Steffi! Allerdings vermisse ich Mr. SuperBee – was ist mit dir los, Leigh??? Hatte mich schon auf ein packendes Duell gefreut.
Beim Aufwachen heute morgen habe ich festgestellt, wie schön so ein Urlaub zum Abschalten ist. Ich habe an jemanden gedacht, mit dem ich beruflich ein wenig zu tun hatte und bin partout nicht mehr auf seinen Namen gekommen. Irgendwann fiel er mir aber doch wieder an. Vermutlich muss ich am Dienstag im Büro zunächst im Status eines Praktikanten resozialisiert werden.
So, jetzt ist 12 Uhr vorbei, der Milchkaffee ausgetrunken, später mehr.
Nach der Fortsetzung des ausgedehnten Spaziergangs habe ich auf dem Rückweg noch bei Mrs Higgins und ihren oven fresh cookies vorbeigeschaut, in der Jugendherberge etwas getrunken, Klamotten geholt und mich auf den Weg in Richtung Flughafen gemacht. Die ersten 12 km am Wasser entlang, wodurch ich dem Flughafen kaum näher gekommen bin, aber der nachfolgende Teil sollte dadurch etwas ampelfreier und entspannter werden. Allerdings ist es auch nicht ganz einfach, an einem Sonntag mit schönem Wetter am Wasser entlang zu fahren. Dass es einen getrennten Radfahrer- und Fußgängerstreifen gab, hat die Fußgänger nicht wirklich interessiert. Klingeln war zum einen durch den Wind schwer zu hören und hat zum anderen auch keine erschreckende Wirkung auf die Fußgänger auf dem Radweg. Ein beherztes lautes „Heyyy“ brachte meistens Abhilfe. Irgendwann war sogar der Flughafen ausgeschildert, ohne dass es auf den Motorway führte und so war ich nach knapp 36 km in 1:40 am Flughafen. Die Dusche im Flughafen ist eine klasse Einrichtung, so dass ich gut erfrischt mein Rad auseinanderbauen und verstauen konnte. Die Schlange beim Check-in war recht lang, es dürfte eine dreiviertel Stunde gedauert haben. Aber ich hatte eh nichts großartiges vor. Immerhin konnte ich für den ersten Part bis San Francisco bereits einen Gangplatz F ergattern. 3-3-3 ist die Bestuhlung in der Boeing 777-200. In San Francisco muss ich nur wieder dran denken, da es jetzt nur den ersten Boarding-Pass gab. Entsprechend schnell verging die Zeit mit Sicherheitskontrolle, das letzte Bargeld im Form von Moro und Wasser unter die Leute zu bringen und ich muss mich beinahe sputen, hier noch ein paar Zeilen einzuklimpern. Seht es mir nach, dass ich in San Francisco nichts schreiben werde. Die Roaming-Online-Kosten dürften gewaltig sein für den inhaltlichen Mehrwert über einen Flug, der nur im Dunkeln über den Pazifik führt.
Bis dahin also, die nächste Meldung kommt aus der (kühlen) Wetterau!

Auckland – 14.03.2009

Auf dem Weg zur Fähre habe ich das Ampelmännchenvideo nochmal gedreht und die gestrige Version durch eine bessere ersetzt.
Der heutige Wandertag auf Rangitoto Island war mit Sicherheit besser als auf dem SH 1 zu radeln. 600 Jahre nach der Entstehung ist die Insel zwischen den ganzen Lavabrocken mit Urwald überwuchert. So könnte Lanzarote auch mal aussehen, wenn es öfter regnen würde. Der erste Weg führte natürlich zum Gipfel rauf (261 m). Von dort sollte man eine tolle Sicht haben. Leider befanden wir uns zu dem Zeitpunkt gerade mitten in einer tieffliegenden Wolke, so dass absolut nichts zu sehen war. Der Grund des 60 m tiefen Kraters war gerade noch zu sehen. Der Krater ist auch ziemlich dicht zugewachsen und läuft nach unten recht spitz zu, man konnte sich gut vorstellen, ganz unten den Stöpsel zu finden, den man ziehen muss, um den nächsten Ausbruch hervorzurufen. Nächste Station waren dann die Lavahöhlen, wo man teilweise durchlaufen/-kriechen konnte. Nicht besonders groß, so 20 – 30 m lang vielleicht. Hier war auch gerade eine Gruppe unterwegs, die mit Lampen bewaffnet war, denen habe ich mich angeschlossen, da es doch recht dunkel war. Immerhin war es dort trocken, denn das Nieseln war mittlerweile in richtigen Regen übergegangen, der aber auch bald wieder aufhören sollte. Regenjacke habe ich zwar angezogen, die Kamera in der Hosentasche war jedoch nicht vom Ertrinken bedroht, also auch noch kein Wolkenbruch. Danach die Straße bzw. den Pfad, den der Traktor für die Rundfahrt nimmt, nach Osten hinunter und den Weg relativ nah an der Küste entlang zurück zum Anleger. Die Hinfahrt war auch gleichzeitig Hafenrundfahrt, so dass auch noch was zu erzählt wurde.
Auf dem Rückweg von der Fähre herrschte reges Treiben in der Queen Street. Der Gold Medalist Hamish Carter macht hier übrigens Werbung für Katzenfutter. Heute oder morgen müsste ich bestimmt nochmals dran vorbeikommen, dann stelle ich das Foto ein. Die Souvenir-Shops haben selbstverständlich auch noch alle offen. Da konnte ich für mich ein paar Pflanzensamen finden (@Anja und Jürgen: jetzt wird’s bunt im Garten mit knallblauen forget-me-not!) und für ibu das kugeligste Schaf von NZ (siehe Foto).
Da die Jugendherberge auch Schließfächer hat, kann ich den Tag morgen noch unbeschwert nutzen (ohne bislang zu wissen, wofür) und erst am Nachmittag gegen 16 Uhr mit allem Gepäck beladen gen Flughafen radeln. Morgen wäre mir ein bedeckter Tag ganz recht, dann müsste ich mich nicht mit Sonnencreme einschmieren. Denn auch mit der besseren fühlt man sich am Ende des Tages irgendwie schmuddelig. Das Zeug zieht bei dem LSF 30+ einfach nicht so spurlos in die Haut ein wie Aldis guter LSF 8. Und 26 Stunden Flug in den klimatisierten Flugzeugen hinterlassen bei mir eh schon genug Gefühl, das alles schmuddelig, dreckig und klebrig ist.
Zu Hause werde ich mir dann Frühstückseier (habe ich in den ganzen 4 Wochen kein einziges gegessen) und frisches Schweinemett besorgen, dazu vernünftiges Brot und Brötchen, einen richtigen Tee (statt immer nur Pfefferminzteebeuteln) machen und in aller Ruhe ein spätes Frühstück genießen. Auf das Schlafen im eigenen Bett freue ich mich auch. Ich habe hier zwar sicher recht viel geschlafen, meistens zwischen 22 und 23 Uhr im Bett gewesen und bis gegen 8 Uhr geschlafen, aber vielfach ging ab halb sieben die Raschelei der Mitbewohner los, die z.B. einen frühen Bus oder eine Tour erwischen mussten. Vielleicht komme ich ja neben Auspacken, Wäsche waschen, Post durchsehen, einkaufen usw. sogar noch zu einer kleinen Laufrunde und/oder dem Monday-Swim. Mal sehen, wie sich das anfühlt. So kann man sich auch zum Ende des Urlaubs darauf freuen, was als nächstes folgt.
Für Montag waren zu Hause immerhin bis zu 15 Grad angekündigt (laut wetteronline.de von gestern), da ist der Schock nicht ganz so groß, aber Anja und Jürgen könnten die Heizung bei mir schon mal wieder auf Normaltemperatur hochdrehen.
Auf dem Weg zum Pizza-Hut für mein heutiges Abendessen bin ich an der Katzenfutterwerbung vorbeigekommen, Foto ist gemacht. Mit seiner schlabbrigen Windjacke und dem Spruch erinnert mich das doch sehr an den legendären Tatort-Auftritt von Berti Vogts: „Gib dem Hasen eine Mohrrübe extra, er hat uns das Leben gerettet!“
Beim Pizzaessen flog so eine Auckland-Info-Broschüre rum und da habe ich festgestellt, dass morgen um halb zehn hier so ein Massenlauf stattfindet. 8,4 km lang vom Ferry Building über den Tamaki Drive nach Osten. Ziel in St Heliers Bay, wo damals (1998) auch Start und Ziel vom Ironman waren. Aber morgen ohne mich. Angemeldete Teilnehmer: 40.000, erwartete Teilnehmer: 70.000. Daher wohl für die letzten 65.000 der große Wandertag wie auch beim Chase-Lauf in Frankfurt.
Weiterhin habe ich auf der Website vom Flughafen Auckland gesehen, dass es im Flughafen „free showers“ gibt. Das klingt gut, um sauber auf die Reise zu gehen.

Auckland – 13.03.2009

Nach 10 Tagen bin ich also wieder hier angekommen im YHA Auckland International und meine Northland-Tour ist zu Ende – wie auch fast die gesamte Kiwi-Tour.
Um 11 Uhr ging mein Bus, ich brauchte mich also nicht zu beeilen. An der Bushaltestelle habe ich dann ein Paar aus Kanada getroffen, die 5 Wochen mit dem Tandem unterwegs waren. Bei ihnen hat es für die Südinsel nicht gereicht, dafür haben sie auch mal entlegene Ecken abseits der normalen Routen befahren, wie z.B. das Cape Brett, das einfach am Ende einer Halbinsel in der Bay of Islands liegt und waren auch mit dem Rad bis Cape Reinga hochgefahren. Das Tandem passte mit seiner Länge so gerade in eine Busbreite hinein. Es ist aber (für den Flug) auseinandernehmbar, so dass es in zwei Koffer hineinpasst. Dazu wird dann auch die Gabel komplett demontiert. Der Zusammenbau dauert dann etwa eine Stunde.
Die Busfahrt war unspektakulär und doch sehr viel besser als es mit dem Rad zu fahren. Für 165 km hat es auch nur 3 Stunden inkl. 15 Minuten Kaffeepause und zwei Stopps zum Passagiere absetzen gedauert. Anstatt über die mautpflichtige (4 Dollar) Schnellstraße zu fahren, hat er die kurvige Straße durch die Küstenorte genommen. Entweder ist Busfahrers Arbeitskraft hier so billig oder es war unmoderiertes Sightseeing.
Hier in Auckland habe ich nach den Abfahrtszeiten der Fähre nach Rangitoto geguckt und die weichen in der Tat etwas von den im Lonely Planet angegebenen ab. Danach habe ich es mit Shoppen versucht, die angegebene große Menge von Outdoor-Shops auf der Queen Street konnte ich nicht ausmachen. Der eine hatte dann auch nichts, was mich vom Hocker gerissen hätte. So blieben die Ausgaben auf 9,90 Dollar für McDoof und 20,60 Dollar für Grundnahrungsmittel in einem der Tante-Emma-Läden beschränkt. Heute abend werde ich wohl eines der koreanischen Restaurants um die Ecke ausprobieren. Auf Toastbrot mit Salami und Schlabberkäse habe ich keinen Bock.
Mein Pulsmessergurt ist hier auch nicht eingetroffen, also werde ich nächste Woche mal einen neuen besorgen. Vielleicht liegt zu Hause sogar noch was altes rum, was man zum kostengünstigeren Austausch bei Polar einsetzen könnte. Vermutlich habe ich aber vor 2 Jahren beim Umzug gründlichst aufgeräumt und weggeschmissen.
An Statistik lässt sich aber vermelden, dass es 2.100 km mit 21.000 Höhenmetern in etwa 98 Stunden reiner Radfahrzeit waren. Bei der Anzahl der plattgefahrenen Opossums bin ich leider irgendwann aus dem Rhythmus gekommen, es müssen aber viele Hundert gewesen sein. Der Verbrauch an Sonnencreme dürfte bei 350 ml liegen, Schwarzbrot gab es nur in Paihia, immerhin Baguette in Nelson, Wellington und Whangarei, den Rest musste ich mit Toastbrot bestreiten. An komischen Typen sind mir nur der Psycho in Nelson und der unfreundliche Autofahrer vor Paihia begegnet, ansonsten wahnsinnig viele einfach nur nette Leute aller möglichen Nationalitäten. Man wird von denen zwar vermutlich niemals einen wiedersehen, doch für einen netten Plausch oder Abend hat es immer gereicht. An Übernachtungen hatte ich 1 Motel, 2 Hotels, 2 Campingplätze mit Cabin, 9 Backpackers, 14 Jugendherbergen und einer Preisspanne von 22 (Whangarei) bis 150 (St Arnaud) Dollar alles dabei, meistens dürfte es bei 23-28 Dollar gelegen haben. Echte Regentage hatte ich 5 zum Fahren und 2, an denen ich eh nicht fahren wollte bzw. stattdessen den Bus genommen habe. Der Rest war einfach gutes Sommerwetter ohne richtig fiese Hitze. Dafür ist ja auch schon Spätsommer.
Krankheit, Verletzung oder Unfälle gab es nicht, außer einem Zahn, der ein paar Tage in der Einsamkeit pochte, dann aber wieder Ruhe gab und so bis zu Hause warten kann. Das Rad hatte 2 Plattfüße (auf der Rainbow Road und in Nelson) und bekam zweimal neues Öl auf die Kette. Ein drittes mal wäre nötig gewesen, aber hinter Dargaville bin ich auf keinen Radladen mehr gestoßen. In Kerikeri wäre einer gewesen, aber nach den Rainbow Falls bin ich auf anderem Weg rausgefahren. In Whangarei ebenfalls, doch hier war ich zu faul, zumal nur noch die 25 km zum Flughafen am Sonntag anstehen. Den Steuersatz habe ich einmal nachgezogen, weil er auf miesen Straßen klapperte. Und das war’s.
Mal sehen, ob mir heute abend noch was einfällt.
Ansonsten wünsche ich Thomas und Konsorten ein angenehmes Trainingslager in Spanien, morgen oder übermorgen geht es bei euch ja auch endlich los.

Nachtrag um 21:52 Uhr Ortszeit am anderen Ende der Welt, die gefühlte Sättigung beträgt gerade „Rülps 4“:
Habe an der Kreuzung Queen Street / Victoria Street das geilste Ampelmännchen der Welt entdeckt. Während unser Wessi-Männchen ja die Reinkarnation der Langeweile war und das Ossi-Männchen schon richtig gut war, ist das der absolute Hammer. Ein kurzes Video gibt es unter http://blogpic.wechselzone.de/ampel.mp4, ich will morgen bei mehr Licht versuchen, noch ein besseres Video hinzubekommen.
Anschließend bin ich hoch aufs Zimmer und schwuppdiwupp war mal wieder eine Stunde mit meinem britischen Zimmerkumpanen verquatscht. Danach bin ich zum Koreaner gegangen. Keine Ahnung, was die so essen, das Debakel vom Chinamann in Kaitaia noch im Hinterkopf, bin ich rein. Meine (vermutlich dämliche) Frage, ob die „spiced chicken“ mit Reis serviert werden würde hat den geringen Überschneidungsgrad unser beider Englischkenntnisse offenbart. Die Frage war wohl so sinnvoll, wie die, ob in Sizilien zur Pizza immer Bratkartoffeln oder Knödel gereicht werden. Unser Weltbild reicht halt nur für schwarze Haare, platte Nasen, Schlitzaugen = es gibt Reis. Aber hier ist Europa auch soweit weg, dass der Pizzamann genauso fürs Kebap zuständig ist.
Ich habe mich auf ihn verlassen und die halbe Portion für 15 Dollar bestellt. Als erstes wird mir ein Haufen Schälchen vermeintlicher Vorspeisen hingestellt. Die habe ich brav gegessen, dann kam das Hauptgericht und kurz danach nochmal fast die gleichen Vorspeisenteller. Es regen sich erste Zweifel, ob ich die Beilagen zu früh verputzt habe?! Egal, lässt sich jetzt nicht mehr ändern. Für die Hauptspeise wurden 5 Hühner tiefergelegt, es sind 10 fritierte Hühnerunterschenkel in einer Soße, die ich als Mischung aus spicy barbecue und sweet & sour beschreiben würde. Super lecker und nach dieser halben Portion war ich auch gut gesättigt. Wer soll denn davon die ganze Portion verputzen? Der Wirt hat über mich vermutlich geschmunzelt wie Zensi auf der Wies’n über die Japaner, aber gut war’s. Inkl. 2 Bier war ich mit umgerechnet 10 Euro dabei und das 500 m neben der Haupteinkaufszeile von Auckland. In Deutschland ziemlich unvorstellbar.
Nun geht es ins Bett und morgen vormittag mit Kamera, einer großen Wasserflasche und einer Packung Kekse bewaffnet auf den 600 Jahre jungen Vulkan hinüber und hinauf. Dann gibt es im Gegensatz zu heute bestimmt auch wieder Fotos.

Whangarei – 12.03.2009

Der Regen kam heute nacht, heute morgen war es wieder trocken, auch wenn die eine oder andere Wolke noch nach drohender Inkontinenz aussah.
Vormittags war großer Wandertag angesagt. Zu den Whangarei Falls sollte es gehen. Laut Lonely Planet „the Paris Hilton of NZ waterfalls – not the most impressive but reputedly the most photographed“. An den Park angekommen stand auf einer Luftbild-Karte „Waterfall“, also bin ich in die Richtung marschiert. Was es da zu sehen gab, damit hätte man auch Paris Hilton unrecht getan. Bei der Rückkehr zu dem Luftbild habe ich genauer hingeguckt, es mit meiner Karte verglichen und festgestellt, dass Osten nach oben zeigte, es sich um die östlich gelegenen Paranui Falls handelte und nach links (also Norden) ein Pfeil zu den Whangarei Falls deutete. Entsprechend bin ich dorthin und mein Bild von Paris Hilton wurde wieder zurechtgerückt. Fotos habe ich von beiden Fällen hochgeladen.
Mit dem Rückweg am Supermarkt vorbei (dort hatte mich gestern bereits ein Blaubeerkuchen angelacht, wurde aber von der Vernunft zumindest für einen Tag am Leben gelassen) war es eine 3,5-stündige Wanderung. Danach hat es auch gereicht. Kurze Stärkung mit Kuchen und Getränken, um aufs Rad zu steigen. Ich wollte schließlich noch einen echten Kiwi sehen und das Kiwi House schließt um 16 Uhr. 5 km gegen den Wind und mit dem Stadtverkehr den Hügel hoch. Hier steht man an so ziemlich jeder Ampel Ewigkeiten herum. Der Kiwi war wie üblich im Dunkeln gehalten. Er hat für die Besucher einen um 12 Stunden verschobenen Tag, aber nachts werden dort die Lampen angemacht (inkl. UV, die Pflanzen da drin müssen ja auch wachsen), Wechsel der Jahreszeiten gibt es dort ebenfalls. Zum Glück konnte ich den Kiwi noch sehen, da er gerade dabei war, den Deckel zu seiner Schlafkiste, der vom Personal mit einem großen Stein beschwert war, dennoch aufzuschieben und heute früh zu Bett zu gehen. Dem Kiwi House angeschlossen war noch das Museum, in dem es allerlei Zeug zu sehen gab. Da es im Eintritt eh drin war, bin ich auch noch durchgegangen.
Den Rest des Tages/Abends werde ich hier relaxen. Morgen um 11 Uhr geht der Bus, den Nachmittag werde ich zum Stadtbummel in Auckland nutzen, vielleicht gibt es ja im Sommerschlussverkauf was zu erstehen. Außerdem die Fährverbindungen für Samstag nach Rangitoto Island checken. Das ist ein erst vor 600 Jahren aus dem Meer entstandener Vulkan direkt vor Aucklands Küste, Durchmesser so knapp 6 km, Höhe 260 m. Laut Lonely Planet geht eine Fähre um 12:15 hin und um 15:45 wieder zurück.