23.01.2017 – Queenstown – Kingston

Die Sonne lacht zum Aufstehen! Heute steht nur eine kurze Etappe nach Kingston am Südende des Lake Wakatipu an. Nach Osten aus Queenstown raus und dann in Frankton nach Süden auf den SH 6. In Frankton wird noch kurz die Verpflegung aufgefüllt, da es in Kingston nur einen (wahrscheinlich sauteuren) Cafe/Store gibt. Nach der Hälfte lege ich eine kurze Pause ein und mir kommt ein Paar aus Holland entgegengeradelt. Da standen dann dreimal Rohloff, SON Nabendynamo + Edelux auf einem Fleck. Ortlieb-Taschen natürlich ebenfalls in rauen Mengen. Sie fuhren schöne Idworx-Räder. Die beiden kamen gerade aus Kingston und berichteten, der Platz sei gestern sowas von abgesoffen, weil ein über das Gelände verlaufender Bach über die Ufer getreten sei. Sie hätten mit ihren eigenen Matratzen noch in einen Lagerraum umziehen können. Auf dem Weg dahin seien auf der Straße auch noch Aufräumarbeiten wegen übergetretener Bäche im Gange. Sie hatten vor einigen Tagen auch die von mir für gestern geplante Schotterstraße begonnen, aber die Furten waren schon arg tief, so dass sie abgebrochen hatten. Wieder ein Punkt für die Richtigkeit meiner gestrigen Entscheidung.

Nach 50 km war ich schon am Ziel, die Straße führte immer wieder in Wellen am Seeufer auf und ab. So kamen doch 500 hm zustande. Die Dame am Holiday Park berichtete auch gleich von den Überflutungen und wenn ich mit den Beeinträchtigungen nicht leben wolle, könne ich auch stornieren. Aber zum einen bin ich da nicht so pingelig und zum anderen – wohin sollte ich bloß? Die Cabin ist knuddelig und in Ordnung. Auf die Dusche musste ich etwas warten, da eine andere Mitarbeiterin noch mit Aufräumen beschäftigt war. Es war in der Tat eine knackige Schlammflut über den Platz geflossen und die hier aufgebauten Jurten mit Doppelbett drin waren klassisch abgesoffen. Es hat einfach die ganze letzte Woche zuviel geregnet. Die ganze Zeit sind sie jetzt dabei, den Bach mit dem großen Bagger auszubaggern und zu verbreitern. Die haben damit echt einen Haufen Scheiß an Land gezogen.

Die Nevis Road ist damit für morgen endgültig vom Tisch. Die soll eh etliche Furten haben und 20mal am Tag Schuhe und Socken aus-/anziehen, ggf. Gepäck abnehmen und alles in drei Gängen einzeln durchtragen? Am Ende steht man noch vor dem Umkehren, weil es wirklich nicht mehr durchgeht. Schade drum, hat nicht sein sollen. Entsprechend gibt es morgen die ersten 40 km die heutige Strecke rückwärts, wieder den Lebensmitteleinkauf in Frankton und dann weiter nach Cromwell.

Das Wetter ist heute auch wieder kurzhosig. Hoffe, dass es auch morgen so bleibt und mir auch der Wind genehm ist. Jetzt ist der südlichste Punkt der Reise erreicht und es geht jetzt grundsätzlich nur noch nach Nordosten in Richtung Christchurch.

Für den Rückflug-Radkarton habe ich heute eine Absage vom ersten Shop erhalten und gleich den nächsten angemailt. Sollte sicher zu kriegen sein, aber vorherige Gewissheit macht es doch entspannter.

Außer ein paar Nudeln und etwas lesen wird sich heute wohl nicht mehr viel ergeben.

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22.01.2017 – Queenstown

Als ich um 8 Uhr aufstehe, regnet es immer noch. Beim Frühstück sehe ich im Wetterbericht, dass hier in Queenstown aktuell nur 6,4 Grad sind. Der Regen soll zwar nachlassen bis aufhören, aber es kommt keine Vorfreude auf die Bootsfahrt zur Mt Nicholas Station und die anschließende Fahrt über 73 km Schotterpiste plus 15 km normale Straße auf. Könnte eine matschige Sache werden, zudem ist mal wieder knackiger Gegenwind angesagt. Also spiel ich mit dem Gedanken, es einfach sein zu lassen. Online schnell die Bettenlage in dieser YHA überprüft und es sind noch Betten verfügbar. Schnell zu Rezeption marschiert und um eine Nacht verlängert. Ist allerdings mit Zimmerwechsel verbunden, deshalb muss ich um 10 Uhr zunächst auschecken und kann erst um 14:30 Uhr wieder einchecken. Dem gebuchten Hotel in Mossburn schreibe ich eine E-Mail, dass ich wegen der Wetterlage meine Pläne ändern musste und nicht kommen kann. Wenn ich die Übernachtung trotzdem voll oder teilweise zahlen müsste, sollen sie Bescheid geben, dass ich ihnen meine Kreditkartendaten schicke. Ball liegt bei ihnen und schlimmstenfalls habe ich 95 $ für die Fähre und das Zimmer versemmelt. Hätte sich aber nicht gelohnt, eine blöde Tour zu machen, nur weil es schon bezahlt ist. Zur Bootsfahrt gehe ich einfach nicht hin. Dafür, dass da locker 20 Emails mit zwei Anbietern geschrieben wurdem, bleibt am Ende nur, dass ich meine 35 $ bezahlt habe (Ergänzung: gab mittlerweile eine E-Mail-Antwort, dass die Hotel-Stornierung sogar kostenlos war – sehr nett!).

Als der Regen aufhört, kann man auch die Berge teilweise wieder sehen. Die Schneefallgrenze ist erneut gesunken. An Hand der Höhenangaben in der Karte für die gegenüberliegenden Berge schätze ich, dass bis auf 1500 m runter satt Neuschnee liegt. Gestern war da noch nichts dergleichen.

Morgen werde ich nach Kingston am Südende des Sees fahren, wo das Zimmer eh schon bezahlt ist. Eine 50 km kurze Tour, die nur ein paar Miniwellen aufweist. Von dort muss ich am Dienstag entscheiden, ob ich die leicht wellige und verkehrsreiche Hauptstraße (zunächst gut 40 km wieder zurück) oder die nahezu verkehrsfreie und geschotterte Nevis Road nehme, die aber zwei richtig fette Berge drin hat. Beide Strecken sind 95 km lang. Ich tendiere bei dem wenig hochsommerlichen Wetter eher zur einfacheren Straßen-Variante. Die führt auch an “meiner” Bunji-Brücke vorbei, von der ich mal runtergehüpft bin, könnte man mal ein bisschen zugucken.

Grundsätzlich führt mich der Weg von Kingston an ziemlich kontinuierlich in nordöstlicher Richtung nach Christchurch. Für Südwestwind wäre ich also sehr dankbar!

Heute Abend gab es mal Nudeln mit Carbonara-Sauce. Wollte mir eigentlich wieder ein fettes Steak in die Pfanne hauen, aber der FourSquare als kleiner und leider einziger Supermarkt im innerörtlichen Bereich hatte nur blödes Zeug oder (Groß-)Familienpackungen. Die großen, günstigeren Supermärkte befinden sich alle eher draußen in Richtung Frankton/Flugplatz. Da komme ich übermorgen auf halbem Etappenweg vorbei und werde ggf. dann schon was einkaufen.

Es ist irgendwie den ganzen Tag nicht aufgerissen sondern tröpfelt mit Pausen so vor sich hin. Schade um die geplante Etappe, aber das war die richtige Entscheidung.

Wenn ich gleich ins Bett gehe, dann mit der Hoffnung, dass die paar deutschen Kiddies, die hier in der Lounge in meinem Rücken sitzen und mit den ersten paar Bieren schon der Kopfrechenfähigkeiten verlustig wurden (wie viel mal 0,33 Liter …?), nicht im gleichen Zimmer wie ich untergebracht sind.

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21.01.2017 – Queenstown

Ein radlfreier Tag in Queenstown. Wetter – geht so, die uneingeschränkte Qualifikation für Sommer ist das noch nicht. Mit kurzer Hose und Fleecepulli geht es die paar Minuten in den Ortskern hinein. Würde mir ja gerne noch eine Shorts holen, da in meiner meistens getragenen Shorts der eingearbeitete Gürtel innen ausgerissen ist. Zum Glück rutscht die trotzdem noch nicht über die Hüften. Leider werde ich trotz mehrerer Outdoor-Läden nicht fündig, also muss ich mit der auf kurz vor halb acht hängenden Hose weiterziehen. Einen schicken Kapuzenpullover habe ich zwar gesehen, aber noch keine Lust, das Ding die nächsten 8 Tage bis Christchurch mitzuschleppen. Hoffe, dass es so einen au in den dortigen Touri-Läden gibt. Vielleicht kann ich ja auch noch mein geliebtes “Same shirt, different day”-Shirt durch ein neues ersetzen. Nach 8 Jahren hat es so langsam Gebrauchsspuren. Den Vormittag streune ich noch weiter durch den Ort, ohne ein besonderes Ziel zu haben.

Es fängt – erst – nachmittags an zu regnen, so dass der Rest des Tages mal wieder von Lesen geprägt ist. Die Rücksichts- und/oder Gedankenlosigkeit der Hostelbewohner ist auch grenzenlos. Wie da zu allen Nachtzeiten die Türen knallen gelassen werden, die Schranktüren zugeballert werden oder um halb sieben lautstark Koffer und Rucksäcke gepackt werden, hier fällt mir das bislang am stärksten auf. Interessiert die Jungs nicht die Bohne. Aber das Fenster kriegen sie wieder verrammelt, so dass ich es nach einem nächtlichen Klobesuch erstmal wieder öffne. Im Raum ist kaum noch Luft und die Suppe läuft am Fenster runter.

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20.01.2017 – Wanaka – Queenstown

Wieder ein Radfahrtag, aber wieder kein Hochsommertag. Immerhin blauer Himmel und nur wenig Wind. Die heutige Etappe geht von Wanaka über das Cardrona Valley auf die Crown Range, die mit 1080 m Höhe die höchste asphaltierte Straße Neuseelands ist. Früher war es mal der höchste State Highway, bevor die Asphaltierung 2000 fertiggestellt wurde. Die ersten 30 km geht es gemächlich hoch mit durchschnittlich 1 % Steigung. Auf den nächsten 10 km kommen dann die verbleibenden 500 hm. Erst langsam, dann steiler und die letzten 2-3 km richtig steil. Geht aber eigentlich ganz gut zu fahren. Das Cardrona Valley ist schnuckelig und der Ausblick vom Sattel runter bis nach Queenstown ist klasse. Die gegenüberliegenden Berge haben man gerade 2000 m, aber oben einen fetten Schneeüberzug, der wohl auch erst in den vergangenen Tagen gefallen sein soll. Die Abfahrt ist zunächst knackig zügig, dann geht es auf einem Hochplateau weiter und dann nochmals knackig und serpentinenreich runter. Dem Touri-Auto vor mir gebe ich nach ein paar Kurven einige hundert Meter Vorsprung, da das Gebremse nervt und ich auch nicht gefahrlos in der Rechtskurve innen vorbeiziehen kann. Unten bin ich wieder dran, passte also. Danach geht es doch nicht einfach locker weiter runter wie gedacht, sondern eher hügelig. Hatte ganz oben noch gedacht, jetzt heißt es Füße hochlegen für den Rest bis Queenstown.

Für übermorgen sagt der Wetterbericht kräftigen Südwind voraus, was mir gar nicht in den Kram passt. Hieße mal wieder einen Tag auf die Fresse kriegen. Morgen soll es auch nicht so toll werden, wie halt an den meisten meiner Ruhetage. Großes Wetterglück sieht gaaaaanz anders aus.

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18./19.01.2017 – Wanaka

Zwei Tage, die man guten Gewissens zusammenfassen kann. Denn ich habe an beiden vor allem die Füße hochgelegt und fast ein ganzes Buch gelesen. Am Mittwoch hat es meist geregnet und war kühl, am Donnerstag war es deutlich trockener aber weiterhin kühl. Bin ein wenig im Ort herumgelaufen, hatte aber keine Muße, in die “Puzzling world” zu gehen oder ähnliches. Eine gewisse Trägheit macht sich auch breit, wenn man das alles schon ein oder mehrere Male gesehen bzw. gemacht hat. Ich denke, der Körper brauchte nach der Schwächung der vergangenen Woche auch einfach mal die drei Tage Ruhe. Wobei die Sitze des Busses für meinen Rücken keine Entspannung waren. Irgendwie so seltsam geformte Rückenlehne, dass ich mich möglichst wenig angelehnt habe.

Das Wetter ist dieses Jahr in NZ allgemein nicht so der Hochsommerknaller. Genügend Tage mit unter 20 Grad dabei. Nach der ersten Woche bis Rotorua hat der Hochsommer sich nur selten blicken lassen.

Immerhin habe ich mir mehrfach lokale Steaks reingepfiffen. Wurden hier deutlich besser als noch der erste Versuch in Wanganui. Die Lammsteaks waren aber ziemlich wässerig, trotz Wasser aus der Pfanne abschöpfen waren sie fast mehr gedünstet als gebraten. Die Rinder waren dafür gut. Ich konnte auch nicht mehr jeden Abend Nudeln mit roter Sauce sehen.

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17.01.2017 – Fox Glacier – Wanaka

Bustour steht auf dem Programm. Noch vor dem Wecker von allein aufgewacht und die zusätzliche Zeit genossen, in Ruhe zu packen und noch eine Tasse Tee zu genießen. Als der bereïts recht volle Bus kam, war das Gesicht des Fahrers über ein Fahrrad nicht wirklich erfreut. Ich versicherte ihm aber, es angemeldet zu haben und kriegte es noch in den (mit Verlaub – beschissen beladenen) Bus hinein. Meistens regnete es jetzt. Auf der anderen Seite des Ganges saß das Mädel, das ich anfangs in Whitianga getroffen hatte. Wir waren uns anfangs beide nicht sicher, ob wir uns nicht kannten. So gab es während der fünf Stunden zumindest immer mal was zu quatschen. In Haast stieg noch einer mit zwei Fahrrädern und einem Fahrradanhänger zu. Gemeinsam haben wir dann das andere Gepäck so gestaut, dass noch alles reinpasste. Hinterm Haast Pass riss der Himmel schnell auf und auch die Landschaft hatte sich innerhalb von 30 km extrem verändert von Regenwald auf eher kahle, steppige Berge. Dazu wieder ordentlich Wind. Halb drei in Wanaka, schnell zur Unterkunft, geduscht und die nassen Klamotten von gestern in die Wäsche geschmissen. Die 10 $ fürs Fahrrad wollte ich extra noch bezahlen und nicht schnorren, aber der Busfahrer meinte, ich soll mir dafür lieber einen Drink gönnen. Na gut …

Anschließend mal runter an den Strand. Also den heutigen Nordwind wünsche ich Eric beim Challenge Wanaka nicht. Wenn man den Hinweg beim Schwimmen geschafft hat, könnte man auf der Welle wieder zurückreiten, vielleicht kommt man aber gar nicht richtig raus. Einkaufen mal wieder im richtigen großen Supermarkt. Daher gab es heute ein großes leckeres Steak mit Bohnen und Baguette. Der Magen-Darm-Scheiß scheint mit Stichtag heute früh zu Ende zu sein. Und ich hatte auch erstmals wieder richtig Hunger. Nun kann ich es mir hier zwei Tage lang richtig gut gehen lassen. Morgen früh muss ich kurz zusammenpacken und ins YHA umziehen, sind nur ein paar Hundert Meter die Straße runter. Da kann ich hoffentlich meinen Kram schon vormittags deponieren und hätte ihn damit nicht mehr am Bein.

Als ich mir in den letzten Tagen einige Blog-Einträge aus der 2009er-Tour angesehen habe, ist mir übrigens auch klar geworden, warum ich es jetzt hier als ziemlich teuer empfinde und es damals als sehr günstig empfand. Der Kurs von 1 $ ist damals bei 0,40 € gewesen, während er heute bei 0,67 € ist. Macht 70% umrechnungskursbedingte Preissteigerung für uns Eurozonen-Bewohner.

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16.01.2017 – Harihari – Fox Glacier

Die Nacht war gut, aber Frühstück zubereiten ging nicht (kein Geschirr oder Toaster), dementsprechend waren mir ein paar Kekse auch genug. Halb zehn ging es dann los. Es war windstill und trocken. Zumindest die ersten 20 km trocken. Ab da mit Regenjacke, nach 27 km dann voll eingepackt. Bei 50 km komnte ich Hose und Gamaschen wieder weglassen – für die nächsten 12 km bis nach Franz Josef Glacier. Strecke bis dahin nur leicht hügelig und die riesige Unberührtheit des Regenwaldes abgesehen von einer einzigen Straße ist faszinierend. In Franz Josef Glacier gab es Getränkenachschub und ein längeres Päuschen vor den letzten drei Hügeln. Der Regen nutzte die Gelegenheit, gleich wieder richtig loszulegen. In einem kleinen Unterstand standen wir mit einem Argentinier, der nur bis hierhin wollte und einem schottischen Pärchen, die auch nach Fox Glacier wollten. Zusammen losfahrend bin ich auf den ersten 5 flachen km etwas vorausgefahren, am Anstieg sind sie aber an mir vorbei. Die Maschine läuft einfach nur mit halber Kraft. Die drei Hügel hätten dann je um die 200 hm und ich liebte meinen ersten Gang immer wieder. Die letzten paar km waren einfach nur noch runterrollen. Ich war froh, das Radeln für die nächsten Tage hinter mir zu haben.

Ivory Towers Backpackers war schnell gefunden und es ist ein ziemlich angenehmes Hostel. Vierbettzimmer, gute Duschen, sauber, freundlich, freier Internetzugang. Im einzigen kleinen Shop des Ortes wird ein Stück Gouda gekauft, der mit dem verbliebenen Toastbrot mein Spätnachmittagsmahl bildet. Zum Abend gibt es auch heute wieder Kartoffelchips. Müssen die geeigneteren Salzstangen ersetzen. Ihr glaubt ja nicht, was man hier alles NICHT kriegt. Von daher sind hier für Hausmittel eher Häuser (steht andauernd eines “for sale” rum) als Mittel zu kriegen. Am späteren Abend war die Küche dann für meine gerade etwas übersensible Nase-Magen-Kommunikation unbetretbar, nachdem die unbelüftete asiatische Massen-Koch-Show angefangen hatte. Um 22 Uhr lag ich auch im Bett, einer meiner später zu Bett gehenden Zimmergenossen war jedoch der Meinung, das Fenster schließen zu müssen. Nach einem Klobesuch habe ich es wieder geöffnet, die Luft drinnen war unerträglich und das Kondenswasser stand am Fenster.

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15.01.2017 – Hokitika – Harihari

Läuft gerade nicht. Der Dünnpfiff geht irgendwie nicht weg. Zum Frühstück mochte ich auch nur das halbe Baguette, während sonst ein ganzes kein Problem darstellt. In den Flaschen war heute wieder O-Saft, der hat jedenfalls Energie. Die Etappe ist mit 75 km eher kurz, nicht besonders hügelig und der Wind kommt ziemlich seitlich und nicht besonders stark. Auf den letzten 10 km fängt es auch noch zu regnen an, so dass ich zumindest die Jacke anziehe. War eh etwas frischer geworden. Dem Garmin ist 6 km vor Ende auch erstmals auf der Tour das Display eingefroren und ließ sich durch keinerlei Drücken wieder erwecken. Direkt am Ziel ging es dann wieder und es wurde au alles korrekt aufgezeichnet.

Das Hotel, mit 80 $ eines der teuersten auf der Tour ist ok und jetzt sehe ich auch, dass sie sogar Backpackers-Zimmer haben. Keine Ahnung wie mir das bei der Suche entgangen ist. Egal jetzt. Machen kann man hier auch nichts im “Ort”.

Bei Abfahrt habe ich noch den Bus für Dienstag gebucht. Fahrradmitnahme ist zwar von mir angegeben, kann aber nicht garantiert werden. Ich bau einfach drauf. Früher hat das auch immer geklappt. Unterkunft in Wanaka für eine Nacht früher ist bestätigt worden. Muss halt nach der ersten Nacht den Laden wechseln.

Morgen bringe ich die 82 km noch irgendwie hinter mich. Die ersten 60 km bis Franz Josef Glacier sind easy, aber dann kommen je 3 knackige Anstiege und Abfahrten mit insgesamt weiteren 600 hm.

In der jetzigen gesundheitlichen Verfassung bin ich ganz gut am Ende und kann die drei Ruhetage in Folge gut gebrauchen. Vor 8 Jahren dürfte ich auch noch deutlich fitter und eben jünger gewesen sein. Von daher war die (Maximal-)Planung schon ambitioniert und ich hatte ja auch mit Verschiebungen und Busfahrten gerechnet. Der Durchfall macht da natürlich gewaltig was aus.

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14.01.2017 – Arthur’s Pass – Hokitika

Ganz wieder hergeatellt bin ich noch nicht wieder, aber es reicht um im Store nebenan ein Toastbrot und zwei Moro-Riegel (ähnlich Mars) zu holen. O-Saft gab es gar nicht, Cola nur in Mini-Flaschen. Groß waren nur die Preise. Also ging es mit nur Wasser auf diese Tour. Die ersten 4 km noch mal 175 hm hoch, dann rasant 10 km oder so runter, danach nur noch leicht runter. Erst dachte ich, dass der Gegenwind so bleiben würde, aber er wurde erst schwächer und danach sogar zu Rückenwind. Nach 60 km ging es auf die Old Christchurch Road, eine weitere Schotterstraße, die zunächst 150 hm hochging, in der Folge aber nur noch sanft runterging und nach 10 km sogar wieder geteert war. So kam ich nach 87 km in knapp 5,5 h an der YHA an, die leider doch etwas sehr am Ortsrand liegt. Geduscht, Wäsche in die Maschine geschmissen und wollte gerade zum Supermarkt die 2,5 km laufen, als ein bekanntes Gesicht in der Zimmertür auftauchte: Der Rodheimer aus Hanmer Springs, der jetzt mit seinen Eltern zu Besuch im Mietwagen rumtourt. Die haben mich netterweise am Supermarkt rausgeschmissen, so hatte ich nur einen Weg zu laufen. Habe mich dort für die nächsten zwei Tage eingedeckt, da morgen in Harihari wieder NICHTS sein wird.

Morgen will ich noch einen Bus von Fox Glacier nach Wanaka buchen, da es mit 120 und 140 km zwei sehr lange Etappen wären und eigentlich niemand in Haast sein will, wenn er nicht muss. Die beiden Etappen bis Fox Glacier sind mit 80 km noch relativ kurz und nicht so bergig. Aber irgendwie bin ich langsam reif, etwas kürzer zu treten. Zumal die Regenwahrscheinlichkeit mit steigender Verweildauer an der Westküste stark ansteigt. Mal sehen, ob ich eine dritte Nacht in Wanaka vorne dranhänge oder eine zweite am Fox Glacier hinten dran. Muss mal die Hostels checken. Heute Abend regnet es übrigens auch mal kräftig, morgen vormittag hoffentlich wieder trocken.

Das Lehrer-Pärchen mit ihrer Freundin sind auch hier und mit den anderen Gästen bildet sich hier eine nette Runde.

Obwohl ich on denen zum Mitessen beim Thai-Curry eingeladen wurde, habe ich es abgelehnt – vielleicht noch zu viel für meinen Darm. Zur Abwechslung gab es heute mal Fettucine statt Spiralnudeln.

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13.01.2017 – Springfield – Arthur’s Pass

Es ging mir morgens besser als abends aber so richtig toll noch nicht.

Grandioses Frühstück: Ein Müsliriegel und zwei Tassen Pfefferminztee. Mehr mochte ich nicht (wusste ja nicht, was wann wo wieder rauskommt) und mehr war auch nicht vorhanden außer Keksen oder M&M’s. Dann um 9 Uhr vorsichtig losgeradelt. Der Hintern macht wider Erwarten keine Zicken. Zuerst ging es seicht bergauf, der Wind hielt sich noch in Grenzen. Bis zum Porters Pass wurde es immer steiler und au windiger. Natürlich von vorne. Die ersten 550 hm am Stück auf 18 km in knapp 2 Stunden. Die nachfolgenden Abfahrten waren auch voller Gegenwind. Landschaft ging so, eigentlich meist breite Wiesen eingerahmt von Bergen, die schätzungsweise 2000 m hoch sind. Irgendwann geht es dann an einem dieser superbreiten Flüsse entlang, die im Sommer zu über 90 % aus Kiës bestehen und nur wenig Wasser führen. Starker Wind, natürlich weiterhin voll auf die Fresse.

In Arthur’s Pass nach 8,5 h und 84 km endlich angekommen musste ich feststellen, dass der einzige Shop seit einer halben Stunde (seit 17 Uhr) geschlossen hat. Die direkt daneben liegende YHA habe ich erstmal übersehen, bin einmal durch den kurzen Ort und zurück gefahren. Fahrrad in den Kea-sicheren Schuppen gebracht, geduscht und Improvisationskochen betrieben, da ich nur noch Nudeln, aber keine Sauce mehr hatte. Zum Glück stand im Free-Food-Korb noch ein Rest BBQ-Sauce rum und früher schmeckten Nudeln mit Ketchup schließlich auch.

Da oben war es ziemlich frisch (unter 10 Grad), also war drinnen die Heizung an. Leider auch in den Schlafräumen, ich fand es abartig heiß. Ich war platt genug, um 20 Uhr im Bett zu liegen.

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